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Im November 2023 war Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) schon einmal mit Waldbesitzern aus dem Umfeld des Nationalparks unterwegs, um sich die Borkenkäfer-Schäden mit eigenen Augen anzuschauen. Den Vorwurf der Waldbauern, dass zwar viel geredet worden, aber seitdem nichts passiert sei, den wollte der Minister offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Und so hat Hubert Aiwanger gestern erneut eine Fahrt durch die Wälder der Nationalpark-Region unternommen und im Anschluss zu einer großen Runde ins Gasthaus Bauer nach Lindberg geladen.
Der Einladung Aiwangers sind nicht nur die Mitglieder der Waldbesitzer-Initiative gefolgt, sondern auch Vertreter der Bayerischen Staatsforsten, von zahlreichen Fachbehörden, Ämtern und Verbänden. Auch Nationalpark-Chefin Ursula Schuster war mit einem
Sorgen bei Waldbesitzern und Politikern
Mitarbeiter-Team dabei, ebenso Bürgermeister Gerd Lorenz aus Lindberg und sein Kollege Karl-Heinz Eppinger aus Zwiesel.
Die Sorge der Waldbesitzer vor dem „Borkenkäfer-Tsunami“, der durch die Wälder rollt, ist riesig, das wurde in den Wortmeldungen erneut deutlich. Doch es ist nicht allein der Holzpreis, der sie umtreibt. Sie fürchten, dass es im Bayerischen Wald bald so aussehen könnte wie im Harz, wo der Käfer den Großteil der Fichtenbestände vernichtet und damit das gesamte Landschaftsbild verändert hat.Und mit dieser Sorge sind die Waldbesitzer nicht allein. Das machten die Landräte Dr. Ronny Raith aus Regen und Franz Löffler aus Cham deutlich, die insbesondere auch den Tourismus in den Blick nahmen. Von einer Krise vergleichbar mit Corona sprach Franz Löffler, von einer „Presswalze“, die vom Landkreis Regen aus auf seinen Landkreis zurolle. Er forderte deswegen „maximalen Einsatz auf allen Ebenen“ im Kampf gegen den Käfer. „Man fährt als Urlauber halt dahin, wo es schön ist“, formulierte es Ronny Raith. Die Region müsse deshalb ihre Fähigkeiten bündeln und im Borkenkäfer-Kampf an einem gemeinsamen Strang ziehen.
Und Hubert Aiwanger? Der machte deutlich, dass er den Kampf gegen den Borkenkäfer zur Chefsache erklärt hat. „Der Borkenkäfer ist im Bayerwald kein Randthema, sondern ein Kernthema, das in der politischen Hierarchie ganz oben landen muss“, sagte er. „Wenn es keinen grünen Baum mehr gibt, dann braucht man nicht mehr in den Bayerwald zum
Minister will größere Managementzone
Urlaub machen fahren.“ Zudem seien Holz und Wald ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Sein Ziel sei es, ein neues Bündnis im Kampf gegen den Borkenkäfer zu schmieden. Man müsse dabei alle Kräfte bündeln – die der Waldbesitzer, die der Bayerischen Staatsforsten und die des Nationalparks. Nötig sei eine langfristige Strategie, denn der Käfer werde für Jahrzehnte ein Thema bleiben. Man müsse sofort anfangen zu handeln, um Zeit zu gewinnen für einen zukunftsfähigen Waldumbau. Themen wie neue Holzlagerplätze, Transportkapazitäten, finanzielle Förderungen für den Waldumbau oder den Abbau der Bürokratie müsse man schnellstmöglich voran bringen.Dabei sei nach seiner Überzeugung auch ein Umdenken im Nationalpark notwendig, so Aiwanger. Er plädierte für eine größere Management-Zone um den Park herum, in der der Käfer bekämpft wird. Wörtlich sprach der Minister von einer „Brandmauer“, die aufgebaut werden müsse, denn der Nationalpark werde weiterhin ein „Dauerrefugium“ für den Käfer sein. Nationalpark-Chefin Ursula Schuster habe hier bereits ein Entgegenkommen signalisiert, so der Minister.
Christoph Wenzl, Sprecher der Waldbesitzer-Initiative, dankte Aiwanger zum Abschluss für die Organisation der Veranstaltung und merkte an: „Ich hoffe, dass mit Gottes Beistand alles umgesetzt wird, was heute besprochen wurde – und zwar von allen Seiten“.Nach gut vier Stunden Rundfahrt und Diskussion – und einer Gulaschsuppe zwischendurch – hat sich Aiwanger gestern wieder aus Lindberg verabschiedet, und zwar mit einem Versprechen: „Wir werden uns demnächst wieder treffen“.