Die FW-Stadträte Susanne Vilsmeier-Wenzl und Georg Stadler fordern ein Umdenken beim Landratsamt. ?Foto: FW

25.07.2021
"Auflagen für Wirtsgarten sind reine Willkür"

Zwiesel - Juli 2021 - Das Hin und Her bei der Ersatzveranstaltung für das pandemiebedingt ausgefallene Grenzlandfest und nun massive Auflagen – Susanne Vilsmeier-Wenzl und Georg Stadler, die die Fraktion der Freien Wähler im Grenzlandfestausschuss vertreten, sind sauer. In einer Pressemitteilung werfen sie dem Landratsamt Willkür vor.

Nachdem eine Genehmigung für den "Wirtsgarten" von Grenzlandfestwirt Andreas Widmann wochenlang nicht erteilt worden sei, habe der Stadtrat in der letzten Sitzung einhellig erneut dessen Durchführung unterstützt. Ebenso wolle man durch einen coronagerechten Freizeitpark der Jugend etwas bieten und den gebeutelten Schaustellern die Möglichkeit auf einen Verdienst geben.

Am Grenzlandfestplatz, wo der Aufbau in vollem Gange ist, machten sich die FW-Stadträte vor Ort ein Bild und tauschten sich mit dem bereits angereisten Andreas Widmann aus. Dabei waren sich die Stadträte und der Festwirt einig im Unverständnis über die Auflagen des Landratsamtes Regen. Denn es wird eine landkreisweite Inzidenz von unter 10 zur Bedingung für die Genehmigung der Veranstaltung gemacht. Zudem, kritisieren die FW-Politiker, werde von allen Besuchern und sogar Kindern ab sechs Jahren ein Impfnachweis oder ein negativer Test verlangt und es würden empfindliche Bußgelder angedroht. Auch dürfe man nicht einmal den Tisch wechseln.

"Nachdem das bayerische Gesundheitsministerium kleine Volksfeste freigegeben hat, kann sich das Landratsamt auf dieses nicht mehr berufen, um seine Verweigerungshaltung zu begründen", so Stadler und Vilsmeier-Wenzl. Deshalb setze man nun "völlig willkürlich" eine Inzidenzschwelle von 10 als Grenze und weitere erdrückende Auflagen fest. Diese gebe es sonst nirgends. "Der Eindruck, dass die Zwieseler Veranstaltungen vom Landratsamt einfach nicht gewollt werden, verfestigt sich immer mehr", so die beiden Stadträte.

"Wenn sich eine Familie irgendwo im Landkreis Corona einfängt, ist unser Fest gestorben, während in allen Biergärten landkreisweit genau dasselbe erlaubt ist und darüber hinaus in Bayern weit größere Veranstaltungen durchgeführt werden." Als Beispiele führt Georg Stadler den Wirtsgarten in Vilsbiburg, den geplanten Wirtsgarten in Erding mit einer Kapazität von 1800 Besuchern (aktuelle Inzidenz 14,5) und den Ersatz für das Münchner Oktoberfest (aktuelle Inzidenz 17,9) an.

"Das ist keinem Menschen mehr erklärbar und ein Bärendienst für die Glaubwürdigkeit der Corona-Eindämmungspolitik", schimpfen die beiden Stadtratsmitglieder. Das Landratsamt müsse seine Haltung dringend überdenken. "Das ist kein Erlaubnisbescheid, sondern ein kaum verhohlener Verhinderungsbescheid. Von Gleichbehandlung kann keine Rede sein und daher riecht das Ganze schon sehr nach Schikane – mit Zwiesel kann man es ja machen".

Die FW-Stadträte sind sich mit dem Festwirt einig, dass diese extremen Auflagen jede Planungssicherheit zunichte machen. Nun hoffen sie, dass es am Freitag trotzdem gut losgehen kann. Die Genehmigung für den Wirtsgarten ist laut 2. Bürgermeisterin Elisabeth Pfeffer am Dienstagabend eingetroffen.?

bbz