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Kandidaten der Freien Wähler auf Informationstour im Mädchenwerk-Wetzl befürchtet Nachteile für Zwiesel
Zwiesel. An einem sehr interessanten Vortrag mit anschließender Führung durch den Neubau des Berufsbildungszentrums für soziale Berufe des Mädchenwerks haben Mitglieder der Freien Wähler Zwiesel teilgenommen.
Der geschäftsführende Vorstand Josef Wetzl begrüßte die Teilnehmer. Die Schule, gegründet in den 1950-er Jahren, sei das Lebenswerk von Dr. Elisabeth Hieke und beherberge mittlerweile die Fachakademie für Sozialpädagogik mit sozialpädagogischem Seminar, die Berufsfachschule für Altenpflege mit generalistischer Ausbildung zum Alten- oder Gesundheits- und Krankenpfleger, die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe, die Berufsfachschule für Kinderpflege sowie ein Internat.
Bei der Führung durch den bereits seit 2019 in Betrieb befindlichen Neubau des Internats schilderte Josef Wetzl den täglichen Ablauf der pädagogischen Jugendbetreuung. Er ging auch detailliert auf den bisherigen Bauablauf und die weiteren bevorstehenden Baumaßnahmen ein.
Leider seien durch Probleme im Gründungsbereich des Ersatz-Neubaus zeitliche Verzögerungen eingetreten, so Wetzl. Er sei aber zuversichtlich, dass man ab Frühjahr 2020 diesen Rückstand wieder aufholen werde, um 2021 die gesamte Großbaustelle abschließen zu können.
In dem neuen Baukomplex seien auch Räume für den "Campus für Soziale Arbeit" vorgesehen. Das Studium könne man in Zwiesel bereits ab dem Wintersemester 2020/21 aufnehmen. Als Zwischenlösung habe man hierfür Räume im Gebäude der ehemaligen Agentur für Arbeit angemietet.
Wetzl ging auch auf die Nachfrage der Teilnehmer zur Planung einer Staatlichen Fachakademie für Sozialpädagogik am Standort Grafenau durch den Landkreis Freyung-Grafenau ein. Ausführlich erläuterte er die dabei aus seiner Sicht entstehenden Nachteile für Zwiesel, die Region und die etablierten Fachakademien Passau und Zwiesel.
Wetzl sieht bei einem zusätzlichen Angebot, bei durch den demografischen Wandel begrenztem Potenzial der Zugänge, vor allem eine deutliche Gefährdung der Ausbildungsqualität. Der Bedarf des Marktes sollte, so Wetzl, nicht durch eine lokalpolitisch angestrebte Quantität, sondern durch eine praxisorientierte Qualität abgedeckt werden. Nicht jeder Bewerber erfülle die Anforderungen und sei für den Erzieherberuf geeignet.
Die Fachakademien für Sozialpädagogik in Zwiesel und Passau ermöglichten dem vorhandenen Potenzial an Bewerbern in einem annehmbaren Radius den Zugang zu dieser Ausbildung. Weder mit dem Mädchenwerk, noch mit der Fachakademie in Passau hätten die Akteure des Landkreises Freyung-Grafenau im Vorfeld ihrer Planungen gesprochen, was Wetzl sehr bedauerte. Er habe grundsätzlich Verständnisprobleme, wenn in Zwiesel mit rund 16 Millionen Euro ein neues Berufsbildungszentrum für Soziale Berufe inklusive einer Fachakademie gebaut werde und gleichzeitig der benachbarte Landkreis ebenfalls eine staatliche Fachakademie plane.
Die Freien Wähler waren über diese Vorgehensweise sehr verwundert und zeigten in ihren Ausführungen das Unverständnis über solche Planungen. "Ein solches Engagement wie von Seiten des Mädchenwerks mit Vorstand Josef Wetzl kann man nur bewundernswert nennen und sich als Kommune glücklich darüber schätzen", so der Ortsvorsitzende Hans-Peter Marx. − bbz