Im Haus zur Wildnis sprach Nationalpark-Chef Dr. Franz Leibl (3. v.li.) mit den FW-Politikern (v. li.) Hans-Peter Marx, Sabrina Laschinger, Georg Stadler, Susanne Vilsmeier-Wenzl, Josef Süß, Hermann Kastl ------------------ Foto: Ohland NP

23.06.2022
Nationalpark gewinnt weiter an Ansehen

Ludwigsthal - Juni 2022 - Der Nationalpark war in vergangenen Jahren alles andere als unumstritten. Nicht zuletzt von Kommunalpolitikern gab es viele kritische Stimmen, so auch aus den Reihen der Freien Wähler. Inzwischen haben die meisten aber nicht nur ihren Frieden mit der Naturschutzeinrichtung gemacht, sondern bewerten sie überwiegend positiv. Das ist jetzt auch bei einem Meinungsaustausch zum Ausdruck gekommen, zu dem sich im Haus zur Wildnis Lokalpolitiker der Freien Wähler aus der Region mit Nationalpark-Chef Dr. Franz Leibl und Elke Ohland, der Leiterin der Stabstelle des Nationalparks, getroffen haben.

An dem Gespräch nahmen die FW-Kreisvorsitzende, Regens 2. Bürgermeisterin Sabrina Laschinger, sowie Gemeinderat Hermann Kastl aus Lindberg und die Zwieseler Stadträte Susanne Vilsmeier-Wenzl, Georg Stadler, Josef Süß und Hans-Peter Marx teil. Das Treffen sei schon seit langem geplant gewesen und hätte eigentlich in regelmäßigen Abständen stattfinden sollen, aber die Corona-Entwicklung habe dies verhindert, so Marx in seinen Begrüßungsworten.

Dr. Franz Leibl begrüßte die Runde und stellte zunächst einige interessante Zahlen aus dem Nationalpark vor. Mit über 230 Mitarbeitern sei man personell sehr gut aufgestellt und auch mit der Finanzausstattung in Höhe von 30 Millionen Euro sei man zufrieden, so der Nationalpark-Chef. Zur Betreuung der vielen Liegenschaften und Baumaßnahmen habe man vor kurzem einen Bauingenieur eingestellt. Leibl betonte, die bestehenden Bauten im Park kämen allmählich in die Jahre und müssten teils saniert werden; als Beispiel nannte er das Haus zur Wildnis. Auch am Waldschmidthaus auf dem Rachel stünden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an. Wegen der sich abzeichnenden Baukosten von mehr als drei Millionen Euro müsse die Baumaßnahme allerdings vom Landtag gebilligt werden.

Die Lokalpolitiker äußerten den Wunsch, dass auch die weiteren Gebäude im Park erhalten und renoviert werden müssten. Die Gebäude, etwa das Schachtenhaus beim Kiesruck, die Schachten-Diensthütte bei der Talsperre Frauenau und weitere Hütten, sollten auch nach der Sanierung einer touristischen Nutzung zugeführt werden. Hier müsse unbedingt die Politik in München für klare Verhältnisse sorgen und die Rahmenbedingungen ändern, forderten sie.

Ferner wurde die Situation im Parkplatzbereich Zwieslerwaldhaus-Brechhäuslweg angesprochen. Dieser müsse dringend saniert werden, eine Vereinbarung mit der Gemeinde Lindberg mit der Übertragung der Fläche an den Nationalpark wäre nach Ansicht der Kommunalpolitiker die beste Lösung, um die Baumaßnahme durchzuführen können. Schließlich werde der Bereich ja auch fast ausschließlich durch Besucher des Parks genutzt.

Zudem kam eine Vergrößerung samt Attraktivitätssteigerung des Kinderspielplatzes beim Haus zur Wildnis ins Gespräch. Dr. Leibl kann sich hier eine Erweiterung durchaus vorstellen, wie er sagte.

Weitere Themen waren der öffentliche Personennahverkehr und das Radwegenetz im Nationalpark. Den Stundentakt auf der Bahnstrecke Zwiesel-Grafenau, der ab Dezember 2022 eingeführt werden soll, begrüßte Leibl ausdrücklich. Auch die von Stadtrat Hans-Peter Marx vorgetragenen Forderungen nach Verbesserungen im gesamten Bereich des Zwieseler Bahnhofes unterstütze der Nationalpark-Chef, heißt es im Pressebericht der Freien Wähler.

Leibl berichteter von einer sehr guten Nutzung der neuen Zeltplätze und Stellplätze für Wohnmobile in Scheuereck; sie würden bestens angenommen und die Touristen gingen mit den Einrichtungen bislang auch pfleglich um.
Thema war ferner das Radwegnetz im Nationalpark, das Zug um Zug verbessert und erweitert wird. Die Planungen für den Abschnitt Ludwigsthal-Bayerisch Eisenstein seien derzeit aber ins Stocken geraten. Die Gemeinde Bayerisch Eisenstein sei aktuell von dieser Wegeverbindung nicht überzeugt, so Leibl.

Abschließend waren sich die Politiker mit ihm einig, dass der Nationalpark Bayerischer Wald mittlerweile als sehr positive Einrichtung für Bayern, ja sogar für Deutschland und Europa bewertet werden könne. Das sei nicht immer so gewesen, lange Zeit hätten Lokalpolitiker und auch Beherbergungsbetriebe dem Park eher ablehnend gegenüber gestanden. Inzwischen hätten sich jedoch die angrenzenden Gemeinden zusammengeschlossen, um im Tourismus zu kooperieren und betrieben auch Werbung für den Nationalpark. "Auch für den Tourismus im Bayerischen Wald stellt sich der Nationalpark Bayerischer Wald als tragende Säule dar", lautete das Fazit.− bbz