Eröffneten die Gründerwerkstatt Glas Zwiesel: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (v. li.), Glaskönigin Susanne Glanzner, Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger, Landrätin Rita Röhrl, Zwiesel-Glas-Chef Prof. Dr. Andreas Buske und Gunther Fruth, Leiter der Zwieseler Glasfachschule. − Fotos: Schlenz
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25.09.2023
Start frei für die Gründerwerkstatt Glas!

Zwiesel - Spetember 2023- Von einem „guten Tag für Zwiesel und die gesamte Glasregion Bayerischer Wald“ sprach Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger, von einem „Impuls für Zwiesel und das Glas“ der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: Am Mittwoch ist die Gründerwerkstatt Glas Zwiesel (GWGZ) in den Räumen der ehemaligen Glasbläserei Krauspe offiziell eröffnet worden.

Junge Glasschaffende bekommen hier die Möglichkeit, mit Unterstützung den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Zehn Plätze gibt es, drei davon sind zum Start besetzt.

Der künftige Verkaufsraum der Gründerwerkstatt platzte aus allen Nähten bei der Eröffnungsfeier, die von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Zwiesel unter Leitung von Armin Weinfurter musikalisch sehr ansprechend umrahmt wurde. Neben Minister Aiwanger und den Landtagsabgeordneten Manfred Eibl, Max Gibis und Alexander Muthmann waren etliche Vertreter der Kommunalpolitik, der Glasbranche, der Glasfachschule, aber auch von Landratsamt, Regierung und IHK gekommen.



„Ich bin sicher, die Jungunternehmer haben hier den richtigen Schritt gemacht“, sagte Bürgermeister Eppinger in seiner Begrüßung, „die Gründerwerkstatt ist eine echte Bereicherung für die Glasstadt und die Glasregion.“ Er dankte dem Wirtschaftsministerium für die Unterstützung und insbesondere MdL Eibl, der für das Projekt entscheidende Finanzmittel locker gemacht hatte.

Aber auch Stadt, Landkreis, Banken und anderen Geldgebern galt Eppingers Dank, ebenso den beteiligten Firmen, der Gangkofner OHG, die das Gebäude erworben und umgebaut hat, der Vorbesitzer-Familie Krauspe, der Regierung, der beim Projektstart amtierenden Bürgermeisterin Elisabeth Pfeffer und nicht zuletzt der Glasfachschule für die Initiative. 

Deren Chef Gunther Fruth zeigte sich erfüllt von „tiefster Freude und großer Dankbarkeit“, weil es der Schule mit „einem kleinen Kreis tatkräftigster Unterstützer“ gelungen sei, dieses Projekt von der Idee in die Wirklichkeit zu tragen.

Die Vielfalt und Kompetenz, die das Glas im Zwieseler Winkel auszeichne, drohe angesichts der hohen Altersstruktur der „Einzelkämpfer“ zu verschwinden, ging Fruth auf die Beweggründe für die Initiative ein. In den letzten Jahren stelle man allerdings in der Glasfachschule den Trend fest, dass aus der Schülerschaft manche bereit wären, bei erleichterten Rahmenbedingungen den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.



Zur Standortwahl der Gründerwerkstatt sagte Fruth: „Wir wollen eine Belebung für das Stadtzentrum anstoßen.“ Bewusst sei man in einen Leerstand gegangen, und zwar in die alteingesessene Manufaktur des 2022 verstorbenen Gerhard Krauspe, „der eigentlich der Gründervater für die Junggründer sein wollte“.

Die GWGZ sei für das Handwerk deutschlandweit einzigartig, so der Schulleiter. „Sie bietet eine klar strukturierte, fördernde Umgebung mit begleitenden betriebswirtschaftlichen und auch handwerklich weiterbildenden Maßnahmen, in der sich Gründer eine Zukunft im Glas aufbauen können.“ Die Werkstätten böten beste Startvoraussetzungen zum Glasmalen, -gravieren, -schleifen, für Glasapparatebau und Glasdesign. „Wir erwarten uns von dieser einmaligen Gründerwerkstatt eine beständige, jugendliche Auffrischung der Glasszene in der Glasregion Bayern-Böhmen mit Fokus auf den Zwieseler Winkel“, sagte der Schulleiter. Und man erwarte sich eine neue Generation von Glasschaffenden, „die neue Impulse für das Glas und die Region setzt“. Fruth schloss mit dem Dank an alle Unterstützer und hob dabei MdL Eibl besonders hervor.



„Für eine erfolgreiche Gründung braucht es nicht nur die Idee, sondern auch Wissen, kompetente Beratung und ein starkes Netzwerk“, befand Zwiesel-Glas-Chef und GWGZ-Beiratsmitglied Prof. Dr. Andreas Buske, und genau diese Unterstützung wolle man jungen Unternehmerinnen und Unternehmern hier bieten. Sie sollten mit Freude und Enthusiasmus ihrem Traum nachgehen können, ein gewichtiger Teil einer jahrhundertealten Tradition und Gemeinschaft zu werden. Für die Zukunft des Glases werde hier ein weiterer wichtiger Grundstein gelegt. „Die GWGZ ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass diese Region auch zukünftig die Region für Glaskompetenz sein wird.“



Glückwünsche und Dankesworte für dieses „solide konstruierte Projekt“ überbrachte Landrätin Rita Röhrl auch im Namen des Bezirkstags. „Ich wünsche uns, dass alle zehn Plätze bald besetzt sind“, so die Landrätin.

„Glas hat Zukunft und ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar“, betonte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Die Branche sei systemrelevant für Deutschland, man dürfe sie nicht fallen lassen. Er bezeichnete es als den richtigen Gedanken, neben digitalen Gründerzentren Jungunternehmern auch im Handwerk den Weg zu ebnen. Was hier in Zwiesel passiere, komme vielleicht auch in anderen Bereichen des Handwerks infrage. „Ich glaube, wir setzen hier mit dieser Gründerwerkstatt auf das richtige Pferd“, sagte Aiwanger. Die Branche und die Region seien es wert, so unterstützt zu werden. Wie berichtet, hatte Ministerpräsident Söder bei der Kabinettssitzung in Freyung verkündet, dass die staatlichen Fördermittel für die GWGZ Zwiesel von ursprünglich 577000 Euro auf zwei Millionen Euro aufgestockt werden. GWGZ-Geschäftsführer Herbert Unnasch gab dem Wirtschaftsminister gleich noch ein paar Wünsche mit auf den Weg.


Schließlich erhielt die Einrichtung an der Frauenauer Straße auch noch den kirchlichen Segen durch den evangelischen Pfarrer Heiko Hermann und Stadtpfarrer Carl Christian Snethlage, der von einem „Leuchtturmprojekt für ganz Bayern“ sprach, das Hoffnung mache.

Von Rainer Schlenz   PNP vom 21.09.2023